Immer wiederkehrende Sehnsucht nach Wärme

Extra | Isolde Charim | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Zygmunt Baumann reflektiert ohne Jargon über Gemeinschaft und Klasse, Individualisierung und soziale Gerechtigkeit

Ein 83-Jähriger auf der Höhe der zeitgenössischen Diskurse; ein jüdischer Pole der Vorkriegsgeneration mit größtem Verständnis für gegenwärtige Lebensformen; eine sprachliche Eleganz, die, unprätentiös und gelassen zugleich, jeglichen Jargon vermeidet: Zygmunt Baumann, der große alte Mann der Soziologie, hat ein neues Buch geschrieben: "Gemeinschaften. Auf der Suche nach Sicherheit in einer bedrohlichen Welt".

Es setzt mit einer Lobpreisung ländlicher und sonstiger Kleingemeinschaften ein, die den Leser ob so viel Gemeinschaftspathos den Kopf schütteln lässt. Aber gleich darauf, mit Einsetzen der "ursprünglichen Akkumulation" des Kapitals und beginnender Industrialisierung, ändert sich der Ton. Und nun versteht man erst, wozu Baumann die Romantisierung der Gemeinschaftsvorstellung dient: Er weist sie als unstillbare, immer wiederkehrende Sehnsucht nach Wärme


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