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Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Das Zimmer von Klaus Nüchtern weist in seiner architektonischen Anlage eine gewisse Halbrundheit auf; eine Wand schwingt sich im Bogen dem Fenster zu. Im Brennpunkt dieser Drittelellipse sitzt Nüchtern und nähert sich mit seinem Rücken ihrer Geometrie mimetisch an; am Ausmaß, in dem sein Rücken die Krümmung der Ellipse über- oder unterschreitet, lässt sich der Grad von Nüchterns Stress ablesen.

Immer, wenn die Buchbeilage erscheint, rundet sich Nüchterns Rücken fast zur Kreisgestalt. Vor ihm leuchtet der Bildschirm, um ihn herum stapeln sich Büchersendungen in schmuckem Kartonbraun; dazwischen Manuskripte, Verlagsprogramme, Öle und Essige fürs Pausensalätchen, leckere Tees und Kännchen plus Stövchen sowie die nötigen Rauchwaren samt Utensilien.

Dabei muss Nüchterns Rücken die Last des Bücherfrühlings nicht alleine tragen. Österreichs beste Buchbeilage, rechtzeitig zur Leipziger Messe erscheinend, wird zwar von Nüchtern verantwortet, für das Sachbuch aber ist Kirstin Breitenfellner zuständig. Matthias Dusini hat ein wenig der organisatorischen Last von Nüchterns Rücken genommen; der musste nämlich in der Produktionswoche kurz einmal nach New York City, um ein Kolloquium über österreichische Literatur zu moderieren. Die Illustrationen stammen aus Wiens letzter Bleisetzerei; aufgenommen hat sie Martin Fuchs, der demnächst seinen Wohnsitz nach New York verlegt.


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