Vor 20 Jahren im Falter

Wie wir wurden, was wir waren

Falter & Meinung | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

„Zynismus kann eine sittliche Qualität sein“

Als es noch nicht so viele Zeitungen für Leser gab, war der Falter schon eine. Zumindest hatte er den Slogan „Zeitung für Leser“ aufgebracht, den seither eine Tageszeitung dankbar verwaltet. Das Titelblatt der Ausgabe zum Thema „Werbung“ beweist es. Wir bringen aber keine Auszüge aus diesem lesenswerten Schwerpunkt, auch keine aus einem Exklusivinterview mit – immerhin – Lech WaBesa, das der Falter hatte, und auch keine aus Konrad Paul Liessmanns Rezension von Ulrich Pothasts „Philosophischem Buch“. Wir zitieren aus einem Gespräch von Thomas Mießgang mit Karl Heinz Bohrer, dem Literaturwissenschaftler und Herausgeber der Zeitschrift Merkur.

Bohrer räumte ein, dass die Bundesrepublik nach dem „moralischen und politischen Debakel des Zweiten Weltkriegs moralische und politische Kategorien entwickeln“ musste, die gefehlt hatten, was die Machtübernahme von Hitlers „Räuberbande“ erst ermöglichte. Jetzt aber sei

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