Kolumne

Der Wettlauf um Agrarland bringt den Neokolonialismus

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Vor einem Jahr gab es von Haiti bis Indonesien Massenproteste gegen die explodierenden Lebensmittelpreise, die in ärmeren Ländern die Existenzgrundlage der Bevölkerung aushöhlten – heute gehen empörte Bürger in reicheren Ländern wegen der Finanzkrise, die ihre Ersparnisse und Arbeitsplätze bedroht, auf die Straße: Der Schwerpunkt hat sich verlagert. Doch der Preisschock hat langfristig eine Entwicklung ausgelöst, die für das Verhältnis zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern ebenso tiefgreifende Folgen haben wird wie die derzeitige Wirtschaftskrise. Es hat ein gefährlicher Wettlauf um Agrarland begonnen, der stillschweigend eine moderne Art des Kolonialismus etablieren könnte.

Vergangene Woche erhielt König Abdullah von Saudi-Arabien ein symbolisches Geschenk: Reis aus Äthiopien, die erste Ernte aus einer umstrittenen Investition des ölreichsten Landes der Welt in einem der ärmsten Länder Afrikas. Saudi-Arabien ist dabei, seine teure, wasserintensive Landwirtschaft


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