Künstlicher Wirbel oder Wirbelbruch?

Politik | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Ein Zeuge belastet den farbigen Lehrer Michael Brennan. Er wird von der Polizei privilegiert

Bericht: Florian Klenk

Er wurde mit einem Dealer verwechselt und von Polizisten so schwer verletzt, dass er für mehrere Tage im Spital landete. Die irrtümliche Verhaftung des farbigen US-Lehrers Michael Brennan erstaunte die Öffentlichkeit. Während Brennan beklagte, misshandelt worden zu sein, stellte sich Polizeipräsident Gerhard Pürstl demonstrativ hinter seine Beamten. Das ihm unterstehende „Büro für besondere Ermittlungen“ untersucht den Fall im Auftrag der Justiz.

Nun geschieht Ungewöhnliches. Kürzlich schaltete sich das Landesamt für Verfassungsschutz in den Fall ein. Die normalerweise für Terrorbekämpfung zuständigen Beamten dokumentierten die Aussage eines Mannes, der mit Brennan im Spital das Zimmer geteilt haben will. Der Lehrer, so gab der Zeuge an, „hüpfte herum, als ob nichts gewesen wäre“. Nur als ORF-Reporter auftauchten, habe Brennan Krücken benutzt. Brennan, so der Zeuge, „belüge“ die Öffentlichkeit. Das Befremdliche an dieser Aussage: Der Zeuge, der Brennan schwer belastet, wurde von der Polizei anonymisiert. Name und Adresse sind in den Akten geschwärzt. Ein Zeugenschutz, der nur in Mafiaprozessen gewährt wird.

Brennans Anwalt Wilfried Embacher vermutet, dass gegen seinen Mandanten eine Schmutzkübelkampagne gefahren wird. Er stellte den Antrag, dass in dem Fall nicht die Polizei ermittle, sondern eine unabhängige Instanz. Denn im Spital, so die Befunde, wurde festgestellt, dass Brennan zwei Wirbelknochenbrüche erlitt. Auch ein weiterer Experte stellte Verletzungen fest – es war der Amtsarzt der Wiener Polizei.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige