Mutter Almaz

Politik | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Wie die studierte äthiopische Viehzüchterin Almaz Böhm in die Fußstapfen ihres Mannes Karl-Heinz tritt

Porträt: Julia Kospach/Salzburg/ Kamissi, Äthiopien

Die Frau, die in Addis Abeba nebenan wohnte, konnte nicht glauben, wie viel diese Kriegsflüchtlinge in der Nachbarwohnung lachten. Abend für Abend bis Mitternacht hörte sie das Gelächter der Familie, die aus der ostäthiopischen Handelsstadt Jijiga in die Hauptstadt geflohen war. Hatten sie nicht alles verloren? Waren sie nicht arm wie die Kirchenmäuse? Almaz Böhm lacht, wenn sie sich daran erinnert: „Wir sagten der Frau, wir feiern, dass wir überlebt haben.“

Das war 1978, Almaz war 14, und Überleben war längst keine Selbstverständlichkeit mehr für sie. Sie hatte einiges gesehen, etwa die Enteignung ihres Vaters, der unter Kaiser Haile Selassie ein wohlhabender Staatsbeamter gewesen war. Nun, unter dem sowjetgestützten Diktator Mengistu Haile Mariam, war er zum Klassenfeind geworden. Er verlor seine Häuser und Ländereien.


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