Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Bonjour Tristesse: Brot und Spiele haben am Rathausplatz kurz Pause

Die Eisfläche gammelt vor sich hin, sie ist voller Sprünge, überall steht schon das Wasser. Die provisorischen Holzböden für die Eisläufer sind verdreckt und rutschig. Dazwischen stehen die leeren Verpflegungshütterln, die Radio-Wien-Box mit der Beschallungsanlage ist verlassen. Ein paar Arbeiter schrauben an Geländern herum, der alte Herr mit Schirmmütze und Freizeitblouson steht bei einem Verschlag und schaut zu. Wenigstens ein Unterhaltungsprogramm, sagt er, außer dem bisserl Abmontieren ist es heute ja selten fad. Der Mann ist Anrainer von Michael Häupl, aus der Josefstadt, und kommt täglich her. Normal ist am Rathausplatz immer etwas los, Brot und Spiele das ganze Jahr. Aber am Tag, nachdem der Eistraum, das Winterspektakel, zugesperrt hat, gibt es hier einmal nichts. Keine Würstel, kein Bier, keine Schlager, keine Oper, keinen Zirkus, kein Steirerdorf, keinen Adventzauber. Nur einen grauen Platz. Ein Ausnahmezustand – bis 4. April, dann kommt das Bike-Festival.


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