Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Ist das Blackberry nur etwas für Männer, Herr Umgeher?

Krawumm macht’s am Fernsehschirm, wenn das neue Blackberry Storm 9500, das es seit 1. März exklusiv bei A1 gibt, erscheint. Da trommeln durchtrainierte Männer mit nacktem Oberkörper lautstark auf die Touchscreen-Elemente ein, dargestellt von der Wiener Performance-Gruppe Drumatica Theatre.

„Wirken Sie wie kein anderer“, lautet auch der Slogan des neuen Businessgeräts. Hinter dem martialischen Auftritt des neuen Blackberry-Smartphones stehen Michael Kaiser (Creative Director Art) und Robert Umgeher (Creative Director Text) von der erst Anfang Jänner gegründeten Agentur Nitschehagmann. Blackberry Storm 9500 – das neue Spielzeug des neuzeitlichen testosterongeladenen Jägers, auch unter dem Namen Manager bekannt?

„Wenn man im Gender-Denken bleibt, könnte man natürlich sagen, es handle sich um einen Buben-Spot“, sagt Umgeher, „aber ich denke, dass es sehr wohl auch Frauen gibt, die mit dieser härteren Tonalität etwas anfangen können.“

Der Gedanke dahinter war, zum einen den Namen des neuen Handys bildlich und akustisch umzusetzen, „denn Storm ist ja kein Lüfterl“, zum anderen, das Produkt vom Konkurrenten iPhone abzuheben. „Das iPhone hat ja eher einen Kuschelauftritt, nach dem Motto, Dein bester Freund‘“, sagt Kaiser. Die Werbung für den Storm solle hingegen symbolisieren, dass „eine Revolution in der Blackberry-Welt“ anbricht.

Deshalb der Trommelwirbel, weil sich der Spot damit, wie die beiden Werbemacher betonen, „vom durchschnittlichen österreichischen Werbeblock abhebt“. Trommeln dürfen übrigens auch die neuen Blackberry-Storm-Benützer: Das große LCD-Farbdisplay reagiert nämlich erstmals auf die Stärke des Fingerdrucks und macht beim Tippen „klick“.


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