Ewige Jugend, aber nicht ewige Eighties: „Yes“ von den Pet Shop Boys

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Während „Yes“ munter dahinblubbert, als würden wir uns in einem goldenen Zeitalter des Pop befinden und nicht in einem Jammertal, stellt sich die Frage, ob das überhaupt noch zulässig ist: Darf eine Platte heute so unverschämt eingängig klingen? Andererseits: Muss sie es nicht sogar, um aufzufallen, um aus der nicht abebbenden Veröffentlichungsflut herauszustechen?

Man hat Neil Tennant und Chris Lowe bereits als Elder Statesmen der Popmusik abgeheftet. Zum Glück war das voreilig. Mit ihrem zehnten Studioalbum beweisen die beiden, wie sehr sie mit ihrer Popkunst nach wie vor auf der Höhe der Zeit sind.

Nun weiß man auch, was Alben wie dem wackeren „Fundamental“ (2006) bei aller Qualität abging. Der letzte Drive, der jugendliche Elan fehlte. Das Hittige darauf klang forciert, man merkte die Anstrengung dahinter. Und genau das darf man bei Popmusik nicht. Nun haben die Jungs ihre Leichtigkeit wiedergefunden.

Dass sie inzwischen 54 bzw. 49 Jahre alt sind, tut nichts zur Sache.


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