„Ich will, dass das Blut spritzt“

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Patricia Kopatchinskaja hat sich als Komponistin gesucht und als Geigerin gefunden. Nun dürfte ihr die ganz große Karriere bevorstehen

Porträt: Carsten Fastner

Vor elf Jahren stand in einem der schönsten Höfe der Wiener Innenstadt eine junge Frau auf der Bühne und stellte dem verblüfften Publikum ihre neueste Komposition vor. „Unsinnfonie“ hieß das Stück, und Patricia Kopatchinskaja sorgte damit für ein veritables Tohuwabohu.

Gemeinsam mit zehn anderen Musikern machte sie sich, ihren Geigenbogen wie ein Schwert schwingend, zu wilden Klängen auf die Jagd nach dutzenden von herumschwebenden Luftballons. Im Finale fiel der Dirigent einem theatralischen Todesstoß zum Opfer.

Heute steht Patricia Kopatchinskaja auf allen großen Konzertbühnen dieser Welt. Und sie muss lachen, wenn sie an ihren frühen Auftritt beim kleinen Avantgardefestival der Wiener Grabenfesttage denkt: „Ich glaube, ich wollte damals eine Musik schreiben, die vom Zufall bestimmt wird, und da schienen mir die

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