Lieder vom Wunsch, die Zeit anzuhalten

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Auf „Hold Time“ schürft der Gitarrist und Sänger M. Ward in seinem wachsenden Fabelreich fiktiver Americana

Rezension: Robert Rotifer

In der Londoner Bush Hall sitzt Matt Ward am Klavier und lässt seine Hände sachte in die Geborgenheit eines melancholischen Akkords sinken. „Wenn ich jetzt nur die Zeit anhalten könnte“, singt sein knarrendes Organ, während die Finger langsam weiterwandern.

M. Ward, wie er sich gern nennt, ist Showman genug, um zu wissen, dass er mit dieser Zugabe – der Titelnummer seines neuen Albums „Hold Time“ – dem von einem denkwürdigen Konzert gezeichneten Publikum die Worte aus dem Mund nimmt.

Aber in der auf einem Ozean süßlicher Phil-Spector-Streicher dahintreibenden Studioversion desselben Songs liegt unterschwellig noch mehr als dieses Abschiedspathos, nämlich M. Wards bisher konkreteste Ausformulierung seiner großen Idee der Tonkonserve als fiktive Zeitkapsel, an der er nun schon seit einem Jahrzehnt und sieben Alben bastelt.

„Ich wusste


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