Der letzte Amerikaner

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Mit „Gran Torino“ inszeniert Clint Eastwood einen gewaltigen Auftritt und großartigen Abschied

Filmkritik: Michael Pekler

Während die Menschen auf ihn zukommen, verharrt der Mann in absoluter Starre. Im schwarzen Anzug steht er neben dem Altar und nimmt das gestammelte Beileid der Gäste entgegen.

Es muss Jahre her sein, dass er eine Kirche von innen gesehen hat, doch seine Frau hat ihm vor ihrem Tod einen weiteren Kirchgang auferlegt: Sie hat dem jungen Pfarrer der Gemeinde das Versprechen abverlangt, ihren Mann in den Beichtstuhl zu bitten, bevor es zu spät ist. Der Pfarrer, ein rothaariger Ire, ist hartnäckig; doch Walt Kowalski ist noch hartnäckiger, und wenn er beichten geht, dann nur, wenn er es will.

Überhaupt liegt Kowalski das Gehen nicht besonders, schließlich hat er mehrere Jahrzehnte lang am Fließband in Detroit Autos zusammengebaut. Wenn er also nicht, wie jetzt, in der Kirche steht, dann sitzt der Koreaveteran mit seinem Hund auf der Veranda und trinkt Dosenbier, oder


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