Das bedrohlichste Monster ist in uns selbst

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Mit seinen Noir-Meisterwerken inspirierte Val Lewton Generationen von Horrorregisseuren

Werkporträt: Maya McKechneay

Eine junge Frau sucht ihre Schwester. Mit einem Privatdetektiv folgt sie deren letzten Spuren. In einer Pension erfährt sie, dass die Vermisste ein Zimmer gemietet hat. Erwartungsvoll bricht sie die Tür auf und findet: einen leeren Raum, einen Sessel und, von der Decke hängend, einen zur Schlinge gebundenen Strick.

„The Seventh Victim“ ist das Meisterstück des Produzenten Val Lewton. 1943 gedreht unter der Regie von Mark Robson, drückt dieser Film den Nihilismus am deutlichsten aus, der in allen neun Produktionen Lewtons für Radio-Keith-Orpheum Pictures (RKO) durchklingt: Jeder ist allein auf der Welt. Freundschaft, Liebe, eine Ehe können die Nähe zu anderen nur simulieren. Der Einzige, der uns mit offenen Armen empfängt, ist der Tod.

Val Lewton, geboren als Vladimir Leventon im ukrainischen Jalta, übersiedelte als Kind in die USA. Als junger Mann verdiente er


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