Der Kunstfotograf mit dem Röntgenblick

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Wie alt sieht ein Zeitstück nach 30 Jahren aus? Die „Trilogie des Wiedersehens“ von Botho Strauß im Burgtheater

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Deutschland, im Mai 1977. In München packt Bayern-Star Franz Beckenbauer, der für vier Jahre zu New York Cosmos wechselt, seine Koffer. In Stuttgart-Stammheim wurden gerade die Urteile im RAF-Prozess gesprochen, deren verheerende Folgen noch nicht abzusehen sind. Und in Hamburg wird „Trilogie des Wiedersehens“, das dritte Theaterstück des jungen Dramatikers Botho Strauß, uraufgeführt.

Es war der Durchbruch des heute 64-jährigen Autors, der das deutsche Theater in den 80ern mit intellektuellen Boulevardstücken („Kalldewey, Farce“) belieferte und sich in den 90ern mit einem Spiegel-Essay („Anschwellender Bocksgesang“) als Neokonservativer outete.

„Trilogie des Wiedersehens“ ist ein als Kunst-Stück verkleidetes Gesellschaftsdrama. In den Räumlichkeiten eines Kunstvereins treffen Freunde und Bekannte des Direktors zur Vorbesichtigung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige