Spritzende Farben, peitschende Gesten

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Der Künstler Alfons Schilling führte die Malerei von der Aktion zur Analyse. Nun wird er 75

Bericht: Nicole Scheyerer

Drogen hatte er nicht nötig. Bewusstseinserweiterung verschaffte sich der Künstler Alfons Schilling lieber auf selbsterdachte Weise. Etwa durch eine rasend rotierende Leinwand, auf die er – mit Brille und Helm geschützt – Farbe schleuderte. Auf diese Weise wollte der Action Painter aber nicht nur den eigenen Körper und den Malgrund bewegen, auch der Betrachter sollte am dynamischen Erlebnis teilhaben.

Fälschlicherweise wurden Schillings Rundgemälde in der Vergangenheit oft statisch an der Wand präsentiert. Die Ausstellung zum 75. Geburtstag des Künstlers im Essl Museum zeigt die Farbwurfscheiben nun so, wie Schilling sie ursprünglich intendiert hat: ein Knopfdruck, und schon beginnen die Rotationsbilder herumzuwirbeln, wodurch die Farbspritzer zu flirrenden Flächen werden.

Freilich war der am 20. Mai 1934 in Basel geborene Künstler nicht der Erste, dem solche

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