Nüchtern betrachtet

New York ist genau so, wie alle immer sagen

Feuilleton | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Mit New York ist es wie früher mal mit dem Sex: Alle anderen waren schon dort, und da möchte man nicht abseits stehen. Und im Unterschied zum Sex ist es mit New York dann fürs Erste auch erledigt: Um die gewünschte soziale Akzeptanz herzustellen, muss man durchaus nicht ständig beteuern, man wolle dort unbedingt sofort wieder hin, ein leicht melancholisches „war ich jetzt auch schon Jahre nicht mehr dort“ reicht völlig aus. Und wo man bei Beerdigungen, Beschneidungsfeiern und Banküberfällen die Einschätzung „genau, wie ich es mir vorgestellt habe“ besser unterlässt, kann man diese in Bezug auf New York völlig furcht- und folgenlos äußern.

Alles, was man von New York gehört und gesehen hat, ist wahr: Die Häuser sind hoch, die Taxis sind gelb, die Straßen dampfen (New York ist auf einem riesigen Geysir errichtet und würde sofort in die Luft fliegen, gäbe es die sogenannten


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