Rauschfreie Geschäfte

Stadtleben | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Firmengeflechte ohne Transparenz, Grenzwerte ohne Konsequenz, Bürger ohne Mitsprache. Die Gemeinde Wien und ihre Handymasten. Ein Sittenbild

Bericht: Joseph Gepp

Wer auf sie achtet, dem fallen sie auf, die Masten auf den Hausdächern. An ihren Enden prangen längliche weiße Kästen. Sie stehen in der ganzen Stadt, damit wir rauschfrei telefonieren können, jederzeit und überall.

Etwa in den Straßen der Brigittenau. Dort blicken die Antennen vor allem von Gemeindebaudächern. So viele von ihnen, dass Ruth Dögl, Obfrau der Bezirksgrünen, einmal nachfragen wollte, wie das eigentlich so sei mit den ganzen Masten.

Ende 2008 stellte sie im Bezirks-parlament eine Anfrage. Es war keine große Sache. Dögl wollte wissen, wem die Einnahmen der Antennen zustehen und wer die Masten überhaupt aufstellt. „Die Antwort aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Ludwig hat vor Satzgirlanden nur so gestrotzt“, sagt sie. „Ich konnte sie einfach nicht entschlüsseln.“ 40 Mobilfunkstandorte befänden sich


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