Sensenmanns Boliden

Stadtleben | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Der Tod ist bekanntlich ein Wiener. Wo sonst wird man so schön begraben wie in dieser Stadt

Bericht: Sabine Nikolay

Nach dem Tod des Wiener Altbürgermeisters Helmut Zilk wurde der Zentralfriedhof vergangenen November zum Schauplatz eines prunkvollen Begräbnisses. Der Umstand, dass Zilk mit einer von vier Pferden gezogenen schwarzen Kutsche zu seiner letzten Ruhestätte gefahren wurde, löste Bewunderung, aber auch Erstaunen aus, wurde das Fahrzeug doch zunächst mit dem schwarzen Leichenwagen des Wiener Hofes verwechselt, der bis zum Jahr 1916 bei den Begräbnissen österreichischer Kaiserinnen und Kaiser zum Einsatz kam.

An einen Ausspruch Kaiser Ferdinands „des Gütigen“ erinnernd, drängte sich die Frage auf: Ja, dürfen s’ denn des? Darf ein sozialdemokratischer Bürgermeister seinen letzten Weg in einer ehemals kaiserlichen Prunkkarosse zurücklegen? Hätte die Frage heute noch Relevanz, könnten wir die Antwort mit Sicherheit dem Hofprotokoll und möglicherweise auch den Parteistatuten


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