Mit der Kraft des Glaubens

Stadtleben | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Rafael Rotter ist Österreichs einziger Eishockeycrack mit jüdischem Bekenntnis

Porträt: Tobias Wimpissinger

Unermüdlich fegt er übers Eis, von der Verteidigungszone ins Angriffsdrittel und wieder retour. Er jagt jedem Puck nach, checkt alles nieder, was ihm in die Quere kommt und ein gegnerisches Trikot trägt. Für nichts ist sich die 1,74 Meter kleine Kampfgelse zu schade. Deshalb lieben sie ihn auf der Osttribüne, die hartgesottenen Fans der Vienna Capitals. Er ist einer von ihnen – und doch ein Unikat. Denn Rafael Rotter ist Österreichs einziger Eishockeycrack jüdischen Glaubens.

Letzter Mohikaner

„Mein Opa war sehr dahinter, dass ich jüdisch erzogen werde“, sagt der im 2. Bezirk, dem einstigen Zentrum des Wiener Judentums, aufgewachsene Sohn eines aus der katholischen Kirche ausgetretenen Journalisten und einer jüdischen Stewardess. „Jetzt bin ich das einzige männliche Familienmitglied, das noch jüdisch ist.“

In die Synagoge geht der 21-Jährige regelmäßig, doch


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