Kritik

Schnee zur Erntezeit: Onegin an der Staatsoper

Lexikon | Isabella Grossmann | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Das Leben ist kein Roman und Falk Richters Neuinszenierung von Tschaikowskys Eugen Onegin kein großer Wurf. Seine metaphernbeladene Interpretation einer kältestarrenden Einöde mag in Teilen stimmungsvoll sein, stimmig ist es aber nicht, wenn es in Russland selbst zur Erntezeit dauernd schneit. Immerhin werden die Sänger den Erwartungen gerecht, allen voran Tamar Iveri, die zwar keine geborene Tatjana ist, sich aber mit perfekt geführter Stimme glaubhaft zur tragisch Verzichtenden steigert. In der Rolle fehlbesetzt ist der gesanglich überragende Simon Keenlyside als Onegin, dem man den hartherzigen Zyniker nicht abnimmt. Seiji Ozawa dirigiert das anfangs leicht unsichere Staatsopernorchester mit schwelgerischem Elan.

Staatsoper, Fr 19.00, Mo 19.30 (und 19. & 22.3.)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige