Ausstellung Kritik

Theatermuseum: Licht im Dunkel

Lexikon | Marlies Kralicek | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Im Palais Lobkowitz in der Wiener Innenstadt befindet sich das Theatermuseum, der kleine Bruder des Kunsthistorischen Museums Wien. Eher bescheiden präsentiert sich auch die aktuelle Ausstellung „schein werfen“. In insgesamt vier Räumen soll dem Besucher die Theatergeschichte anhand des Einsatzes von Licht und Beleuchtungstechnik veranschaulicht werden. Dafür steht zu Beginn der Schau eine gelungene, aufwendig gestaltete Multimediapräsentation: Der Betrachter wird dort durch an die Wand projizierte Bilder und eine kommentierende Off-Stimme auf eine Zeitreise von der Antike bis in die Gegenwart geschickt. Vor allem Oskar Strnads Bühnenbilder von 1927 hinterlassen einen bleibenden Eindruck, aber auch der österreichische Maler Alfred Roller mit seiner Version des Bühnenbilds zur „Macbeth“-Inszenierung am Wiener Burgtheater 1920 soll nicht unerwähnt bleiben. Dass man gerade in einem sorgfältig abgedunkelten Raum einen guten Überblick über die unterschiedlichen Einsatzgebiete des Lichts und seine Entwicklung erhält, ist nur ein scheinbarer Widerspruch. Im Gegenteil: Ein Licht geht auf – und so verlässt der Betrachter das Dunkel und fühlt sich als kleiner Experte.

Nach einer kurzen Betrachtung der Ausstellungsvitrinen, in denen römische Öllampen, Gasbrenner, konventionelle Glühbirnen und die unterschiedlichsten Scheinwerfer für den Einsatz am Theater präsentiert werden, folgt ein Raum, in dem verschiedene Beleuchtungsgeräte in Aktion zu sehen sind. Zusätzlich bietet das Museum einen Experimentierbereich, in dem der Besucher durch ein Spektroskop und in Farbwiedergabekästen blicken kann. Eine feine Ausstellung für zwischendurch.

Theatermuseum, bis 12.4.


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