Neu im Kino

Aus dem Leben der Diva „Hilde“ Knef

Lexikon | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Hildegard Knef (1925–2002) war Trümmerfrau, dann Schauspielerin und Chansonette, zuletzt Bestsellerautorin. Sie wusste sich durchzusetzen: zunächst gegen ihre Mutter, gegen ihre Männer, schließlich auch noch gegen die Medien. „Hilde“, ein aufwendig produziertes Biopic (Regie: Kai Wessel), setzt 1966 mit der Rückkehr der deutschen Diva nach Berlin ein, um sodann auf die frühen Jahre der aufstrebenden Schauspielerin zurückzublenden: den Krieg, die Liaison mit einem Dramaturgen des NS-Kintopps, ihre Ehe mit dem US-Filmoffizier Kurt Hirsch, eine frustrierende Hollywoodepisode, den Filmskandal „Die Sünderin“, die Anfänge ihrer zweiten Ehe (mit David Cameron) und zweiten Karriere (als Sängerin). Heike Makatsch, die ihr reales Vorbild minuziös studiert hat, ihre Gestik wie Stimmlage gekonnt imitiert, macht ihre Sache nicht übel. Zumindest liegt es nicht an ihr, dass einem der Film, die Knef, ihr Leben im Laufe der zweieinviertel Stunden zunehmend auf die Nerven gehen – sondern daran, dass der Film, je länger er dauert, vor lauter Handlung, berühmten Personen und dramatischen Situationen immer weniger über Plattitüden hinaus zum Erzählen kommt. MO

Ab Fr in den Kinos


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