Kunst Kritiken

Film als Raum: Überwachen und Starren

Steiermark | Thomas Wolkinger | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Es ist vor allem das tonlose Starren des Patienten, das schweigende Beobachten der Ärzte in der kahlen Enge eines psychiatrischen „Interrogation Room“, das den diesjährigen Diagonale-Trailer von Dariusz Kowalski für den Kinobesucher so eindringlich macht. Wie schon in den beiden Jahren zuvor hat nun das Kunsthaus Graz auch diesem Trailer Raum gegeben. Und Ton. Im space 02 ist das Filmset als begehbarer Raum aufgebaut, außerdem sind ein Arbeitsmodell sowie eine 8-Minuten-Langversion des Films zu sehen, in dem auch die Stimmen des Patienten und der Ärztin – akustisch miserabel verstärkt – zu hören sind. Schwer zu sagen, was bedrückender wirkt – Kowalskis kühle Metapher zum Thema Überwachung und Voyeurismus oder die bauchige Leere des Kunsttempels.

Kunsthaus Graz, bis 26.4.


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