Schoko zum Degustieren, Milch zum Fermentieren

Lexikon | Matthias Dusini | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Das Technische Museum Wien feiert seinen Hunderter

Am letzten Wochenende startete das Technische Museum Wien sein Programm anlässlich der 100. Wiederkehr der Grundsteinlegung. 100 Tage lang gibt es Vorträge, Depotführungen und spezielle Kinderveranstaltungen. Bereits zugänglich ist die ambitionierte Ausstellung "Quergeblickt", die sich auf das ganze Museum verteilt und Einblicke in dessen Arbeit gibt: Eine Ausstellungsabteilung verfolgt etwa die Stationen eines alten Radios von seinem Stifter bis in den Schauraum.

Eine weitere Abteilung präsentiert die Werkzeuge, die den Museumskuratoren zur Vermittlung von Wissen zur Verfügung stehen, etwa Schautafeln und Vitrinen. Gleich neben dem Museumscafé kann man sich über die Gründung dieses Prestigebaus der Monarchie informieren.

Künstlerinnen und Künstler wurden zu Interventionen eingeladen. Weithin sichtbar ist das rote Megafon des Künstlers Werner Reiterer, das die Geräusche von Lokomotiven, Staubsaugern und Musikautomaten aus dem musealen Inneren in den öffentlichen Raum posaunt.

Am Donnerstag, 19. März, stellt Helmuth Trischler vom Deutschen Museum München die ketzerische Frage: "Wozu noch technische Museen?" Am Sonntag macht der Architekturhistoriker Friedrich Achleitner eine Doppelführung. Um 14 Uhr wird das 50 Jahre feiernde Wien Museum am Karlsplatz inspiziert, dann das Gebäude des Technischen Museums, dessen konservativer Architekt Hans Schneider sich im Wettbewerb gegen die fortschrittlichen Beiträge von Adolf Loos und Otto Wagner durchgesetzt hatte.

Am Freitag um 15.30 Uhr wird eine Führung durch Bibliothek und Archiv angeboten, am 24. März um 19 Uhr sprechen Wolfgang Kneifel und Konrad Domig über Fermentation und die Anwendungen der Lebensmittelbiologie. Am 26. März um 19 Uhr führt ein Seminar in die Welt des Schokoladeerkennens ein. Lecker!

Technisches Museum, bis 21.6.


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