Kritik

Im Fegefeuer mit Funkenmarie

Lexikon | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Noch einmal darf Falco als Lichtgestalt auferstehen: Der Berliner Künstler Hans-Jörg Mayer malt ihn mit einem Astralkörper, so als wolle er in eine modern-esoterisch ausgestattete Kapelle schweben. Zum friedlichen Engel wird der gefallene Austropop-Star aber auch bei Mayer nicht: Seine schreiende Fratze auf dem zweiten Falcoporträt sieht eher nach Fegefeuer aus. Eine Nähe zur Unterwelt betont der Künstler schon am Beginn seiner Ausstellung mit einem Stern aus Neonröhren, der den Titel "Luzifer" trägt. Daneben erstrahlt Mayers Monogramm wandfüllend. Die Kombination von Skulptur und Malerei macht für den 1955 geborenen Künstler einfach schon daher Sinn, dass er sie seit jeher praktiziert. Die Figuren, die leuchtfarbenstark seine aktuellen Gemälde bevölkern, haben eine transgressive Seite, die Mayer durchaus ernst nimmt. Detailliert ausgearbeitete Köpfe sitzen dabei auf schnell und expressiv skizzierten Körpern. Die erotische Entblößung, die in anderen Ausstellungen des Künstlers wichtig war, betrifft diesmal nur die Karnevalsfigur "Funkenmarie", deren rote Uniform verlockend offensteht. NS

Galerie Bleich-Rossi, bis 24.4.


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