Ohren auf!

Sammelkritik

Carsten Fastner | Lexikon | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Im hehren Werkbegriff der Klassik stehen Transkriptionen nicht wirklich hoch im Kurs, gelten eher als notwendiges Übel für Solisten ausgefallener Instrumente denn als eigenständig gültige Werke. Wenn, sagen wir, Beethoven seine "Fünfte" schon für ein ganzes Orchester komponierte, warum sollte man sie dann aufs Streichquartettformat zurechtstutzen?

Früher sah man das lockerer. Bearbeitungen waren gang und gäbe, ja oft die einzige Möglichkeit für die Verbreitung von Musik weit über privilegierte Publikumskreise hinaus. Und nicht wenige Komponisten legten, durchaus mit ökonomischem Kalkül, selbst Hand an ihr Werk, ohne sich dabei künstlerisch zu verleugnen.

Das Duo Le Petit Concert Baroque knüpft an diese Tradition an, wenn es bekannte Arien und Orchesterwerke Georg Friedrich Händels für zwei Cembali bearbeitet. "Al piacere del Signore G.F. Händel" (ORF) haben die französischen Schwestern Chani und Nadja Lesaulnier Höhepunkte aus "Rinaldo" und "Ariodante", "Wasser"- und "Feuerwerksmusik"

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