Theater Kritiken

"Kasimir und Karoline" das Prequel

Steiermark | Gregor Schenker | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Der "Fortschreibung" österreichischer Theaterklassiker hat sich die Theatergruppe drahstseilakt diese Saison verschrieben und leitet damit eine Kehrtwende von ihrer bislang eher jugendlichen Ausrichtung ein. Mit "Kasimir liebt Karolin" schreibt Regisseur Thorsten Zerha allerdings ein Prequel und kein Sequel zu "Kasimir und Karoline", Ödön von Horváths Ballade von stiller Trauer. Diese "Vorgeschichte" ist freilich rein assoziativ, auch was die sprachstilistischen Mittel angeht. Während Horváth Floskeln als pointierte Füllungen einer Artikulationsunfähigkeit vor sich hertrieb, wird bei Zerha das Horvátheske zum Manierismus im sperrigen Raum seines Sprachstrudels, der die noch folgende "Fortschreibung" von Kafka gleich vorwegnimmt. Das ist insgesamt ein mutiges Unterfangen, und Mut ist immer zu befürworten. Mehr Mut, den eigenen Text nach erfolgtem Schreibrausch abzuklopfen, täte dem Unterfangen aber dennoch gut.

Drahtseilakt, Schiffgasse 6, nächste Vorstellungen 28.3., 20.00


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