Seinesgleichen geschieht

Der Schokoladeosterhase, die Presse am Sonntag und die Zeitungskrise

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Die Hersteller von Schokoladeosterhasen, las ich, seien in keiner Weise von der Krise betroffen. Moderne Außenseiter gewissermaßen. Sonst aber herrscht, von Bank bis Kirche, von Schule bis Profifußball, von ORF bis Justiz Krise, nichts als Krise. Warum sollen nicht auch die Zeitungsmacher von ihrem Menschenrecht auf Krise Gebrauch machen?

Auch der Sonntag war, glaubt man der Presse, bis vor kurzem in der Krise. Nun gibt es als Krisenfrucht die Presse am Sonntag, erstmals erschienen vergangenes Wochenende. Eine Flucht nach vorn, die mich an jene finsteren Jahre des Falter erinnert, als wir beinahe über den Jordan gegangen wären und unsere Krise lösten, indem wir statt zweimal im Monat wöchentlich erschienen. Gleiches Team, doppelter Output.

Die Styria verdient mit anderen Medien, mit der Kleinen Zeitung oder mit kroatischen Boulevardzeitungen, richtig Geld, sodass sie ein geplantes Minus in der Höhe eines "niederen zweistelligen Millionenbetrags" in Kauf nimmt und ohne Bank finanziert,

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