Ein Abwehrkampf in eigener Sache

Falter & Meinung | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Wenn Gewerkschaften sofort nach Streik rufen, dann ist das in Wahrheit ein Zeichen der Schwäche

Kommentar: Barbara Tóth

In einer harten Auseinandersetzung zwischen einer unterkühlten Bildungsministerin mit flammender Rückendeckung des österreichischen Boulevards und einer Lehrervertretung, deren Exponenten den Charme von Kreidetafeln haben, übersieht man leicht Grundsätzliches.

Dabei wäre gerade der Streit um jene zwei Unterrichtsstunden mehr, die Schmied den Lehrern in Zeiten der Budgetnot zumuten will, eine wunderbare Gelegenheit, um über die Aufgabe organisierter Arbeitnehmervertretungen zu diskutieren (siehe S. 14). Ebenso wie der Protest der Postler gegen Trafikanten, Greißler oder Gemeindebeamte, die in Zukunft ihre Dienste miterledigen sollen.

Beide Konflikte rütteln an den Grundfesten jenes Systems, das Österreich lange geprägt hat: eine durch starke Gewerkschaften geprägte Sozialpartnerschaft. Und sie werfen spannende Fragen auf. Ist die Rolle der streiklustigen Abwehrkampforganisation


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