Wertungsexzess

Dolm der Woche: Josef Pröll

Politik | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Das Bankgeheimnis dient steuerflüchtigen Ausländern. Der Finanzminister verschweigt das geflissentlich

Eine der Chancen der Krise ist die Katharsis. Endlich wird weltweit gegen Spekulationsunwesen und Steueroasen vorgegangen. Warum da nicht gleich das österreichische Schlawinertum beseitigen, wie es Josef Pröll (ÖVP) gerade an den Tag legt? Unter internationalem Druck kündigte der Finanzminister an, Österreich werde künftig Kontoinformationen an ausländische Behörden übermitteln, wenn ein begründeter Verdacht auf ein Steuerdelikt vorliegt. Zugleich halte man aber am Bankgeheimnis fest; auch bleibe es in der Verfassung.

Statt einzugestehen, dass das Bankgeheimnis für Österreicher längst gelüftet ist und nur noch Steuerflüchtlinge aus dem Ausland begünstigt, emotionalisiert er die Dummen in diesem Land. Bitte Klartext reden, Herr Minister. Österreich wird keine Steueroase mehr sein. Und das ist gut so.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige