Die Schweiz als Komplizin globaler Steuerflüchtlinge

Politik | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Wie gelang es den Eidgenossen, zum Steuerparadies zu werden? Zwei Schweizer Wirtschaftsjournalisten beschreiben die Praktiken

Rezension: Cornelia Mayrbäurl

Sommer 1932, die Weimarer Republik liegt in den letzten Zügen. Kanzler Heinrich Brüning will mit allen Mitteln verhindern, dass reiche Deutsche ihr Vermögen außer Landes bringen. Schließlich weiß er sich nicht mehr anders zu helfen, als Spione in die eidgenössischen Banken einzuschleusen. Diesen gelingt es tatsächlich, die Daten deutscher Steuerflüchtlinge herauszufinden. Die Reaktion der Schweiz: ein verschärftes Bankgeheimnis.

Gut 70 Jahre später ist das Bankgeheimnis zwischen Berlin und Bern immer noch Thema - mit großer Dynamik. Die Schweiz, Österreich und Luxemburg lockerten letzten Freitag ihr Bankgeheimnis rechtzeitig vor dem Gipfel der 20 größten Industriestaaten Anfang April, bei dem neue Richtlinien für Steueroasen und Offshore-Finanzplätze festgelegt werden sollen. Entwicklungen, die Viktor Parma und Werner

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