"Man muss das einfach nur zulassen"

Feuilleton | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Der Dichter Ferdinand Schmatz über zwitschernde Vögel, plätschernde Bäche und Nazikitsch

Der Wiener Schriftsteller Ferdinand Schmatz gehört einer literarischen Tradition an, die Theorie und Experiment zu ihren Werkzeugen zählt. Im Rahmen der Lyriktage im Stift Neuberg an der Mürz wird ihm am 13. Juni der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik überreicht.

Falter: Ich möchte Ihnen zuerst einmal einen Vers vorlesen: "In uns glüht junger Glaube, / der mutig lichtwärts drängt / Als wie mit frischem Laube, / der Lenz die Knospen sprengt." Wie würden Sie diese Zeilen literaturgeschichtlich einordnen?

Ferdinand Schmatz: Darin sind die typischen Topoi der Frühlings- und Naturgedichte enthalten. Auffallend ist das Motiv der Bewegung und dieser Anspruch des "Wir". Ich vermute hier die Versinnbildlichung einer Aufbruchsbewegung, die in jedem Gedicht dieser Art drinnensteckt, hier aber in verstärktem Maße. Auch Begriffe wie "Glühen" deuten auf eine politische Gruppierung hin, die etwas vorhat, nämlich


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