"Biedermeier ist satter Sommer"

Feuilleton | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Wie frühlingshaft war der Vormärz? Eine Enttäuschung am Beispiel des Malers Ferdinand Georg Waldmüller

Derzeit läuft im Pariser Louvre eine Schau des österreichischen Malers Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865), die den bekanntesten österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts vom Mief der Biedermeierlichkeit befreien soll. In erweiterter Form wird sie ab 9. Juni im Belvedere zu sehen sein. Kuratorisch verantwortlich ist die Kunsthistorikerin Sabine Grabner.

Falter: Waldmüller malt in seinem Bild "Vorfrühling im Wienerwald" (1861) jene hässliche Zeit, die wir jetzt gerade erleben: Der Schnee ist noch nicht ganz weg, die Luft kalt, nur die Veilchen kündigen den Frühling an. Ist das Kalkül oder Zufall?

Sabine Grabner: Im Werk von Waldmüller ist das eher ein Zufall. Der Frühling kommt bei ihm nur selten vor. Die Schneeschmelze und das Keimen der Blumen dürften ihn in diesem Fall gereizt haben; er hat es ja in drei verschiedenen Fassungen gemalt.

Der Vormärz-Künstler Waldmüller


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