Wiener Kleinunternehmer-Blues

Feuilleton | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Marco Antoniazzi gelang mit "Kleine Fische" eine unterhaltsame Alltagskomödie

Filmkritik: Maya McKechneay

Wer im vergangenen Frühjahr durch die Servitengasse radelte, konnte ein wundersames Wiedererblühen kleiner Geschäfte feststellen. Eine schon lange leer stehende Fleischhauerei hatte als Fischgeschäft wiedereröffnet. Und an der Ecke daneben hatte sich im vormaligen Blumenladen ein Musikgeschäft mit jeder Menge Plattencover im Schaufenster breitgemacht.

Bei näherer Betrachtung entpuppten sich die neuen Geschäfte allerdings als Teil einer Filmkulisse, in der Marco Antoniazzi seine Komödie "Kleine Fische" drehte. Einen Film, in dem es um eben das geht, was die Servitengasse atmosphärisch ausdrückt: die Kulissenhaftigkeit bürgerlicher Existenz (im inneren Teilstück). Und den verlorenen Kampf der Kleinunternehmer gegen die Zeichen der Zeit (im äußeren, wirtschaftlich brachliegenden Abschnitt der Straße).

Antoniazzi, 1972 in Bozen geboren und selbst Sohn eines Kleinunternehmers,


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