Acht Oscars und trotzdem ziemlich peinlich: "Slumdog Millionaire" setzt auf Klischees und Ressentiments

Feuilleton | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Filmkritik: Maya McKechneay

Das Drehbuch zu dem, auf dem Roman "Q and A" von Vikas Swarup basierenden Film "Slumdog Millionaire" stammt vom Briten Simon Beaufoy. Beaufoy ist Spezialist für Rags-to-Riches-Komödien, in denen arbeitslose Stahlarbeiter zu gefeierten Strippern werden ("The Full Monty"), arbeitslose Kinderfrauen zu Fashionstars ("Miss Pettygrew Lives for a Day") oder krebskranke Friseurinnen eine Meisterschaft gewinnen ("Blow Dry"). Nun ist das britische Sozialsystem zwar nicht das beste, die Fallhöhe für Insel-Slumdogs scheint aber doch beschränkt.

In Mumbai stürzt man schon tiefer. Genüsslich inszeniert "Trainspotting"-Regisseur Danny Boyle desaströse Visionen: Kinder versinken im metertiefen Kot; die Mütter werden in Bandenkriegen niedergemäht; Kinderfänger brennen den Kleinen die Augen aus, um sie als blinde Sänger zu verkaufen. Prostitution, Drogen und an jeder Ecke eine neue Seuche - ein fauler Windstoß, und schon ist so ein indisches Leben zu Ende.

Die Fallhöhe


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