Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück: Peter Handke hört den Kuckuck im Kosovo rufen

Feuilleton | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

Buchkritik: Klaus Nüchtern

Vor knapp zwei Jahren hat Peter Handke die 50.000 Euro des neugestifteten Berliner Heine-Preises (nachdem ihm, Handke, der Düsseldorfer Heine-Preis vorenthalten worden war) den Einwohnern von Velika Hoca geschenkt. Ein gutes Jahr später hat er sich wieder in die serbische Enklave im Kosovo aufgemacht.

Seit Handke sein polit-poetisches Pro-Serbien-Projekt begonnen und einige seiner keineswegs nur politisch unsäglichsten Texte geschrieben hat, wird er von einem antijournalistischen Affekt angetrieben, stellt dem ideologisch verbohrten Blick der "Fernfuchtler" das unverstellte Schauen und Sagen des Dichters entgegen. Nun drängt es ihn selbst, "den und jenen einzelnen im serbischen Kosovo ausführlich, sozusagen systematisch, in der Rolle eines Reporters oder meinetwegen Journalisten, zu befragen" (…).

Handke als Reporter? Das geht voraussehbarerweise schief: Als er tatsächlich Fragen stellt und den Block zückt, erscheinen ihm die Antworten wie "eingeübt".


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