Junge Tschetschenen ringen um ein Zuhause

Steiermark | aus FALTER 12/09 vom 18.03.2009

99 Tschetschenen wohnen in Wagna. Ein Ringverein soll ihre Integration fördern. Doch dort sind sie wieder unter sich

Reportage: Maria Motter

Um acht Uhr standen die kleinen Ringer aus Kroatien schon vor der Mehrzweckhalle in Wagna bei Leibnitz. Ihre Kontrahenten schliefen noch in den Sechzigerjahre-Bauten in der nahen Föhrenbaumsiedlung. Seit 2005 leben dort tschetschenische Flüchtlinge. Mit dem Ringverein "RC Siwa Leibnitz" sollen sie festen Boden unter den Füßen und Anerkennung bekommen. Nun richtete der Verein sein erstes internationales Turnier aus.

"Mitten im Winter standen sie vor den Häusern", erinnert sich Sozialarbeiterin Sieglinde Kleindienst an die Ankunft der Familien. Die Wohnungen waren spärlich eingerichtet, der Strom nicht angeschlossen und die Kommune überfordert. Mit einer Frau in Schlapfen tauschte Kleindienst ihre Schuhe. Andere spendeten alte Waschmaschinen. 99 Tschetschenen leben nun in Wagna. Die Frau des Schulwarts, eine gebürtige Russin, überbrückt Sprachbarrieren.


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