Seinesgleichen geschieht

Der ORF und ich: Warum ich ihn so gerne retten würde. Eine Motivforschung

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Medienfragen sind demokratische Schicksalsfragen. Es kann nicht egal sein, ob ein Land eine demokratische Medienverfassung hat oder ob sich seine demokratisch legitimierten Regierenden medialen Verführern ausliefern, um ihre Macht zu erhalten. Ihr Verhalten ist so schlau wie das eines Priesters, der sich dem Bösen ausliefert, um die Herrschaft der Sünde zu bekämpfen. Das mahnende Beispiel Berlusconi mahnt niemanden, und auch die Hüterin demokratischer Ordnung, die Europäische Union, hat mit ihm kein Problem, jedenfalls keines, das sie offen austrägt.

Unsere freundlichen politischen Exponenten erinnern weniger an Berlusconi, obwohl auch dieser ein großer Grinser ist, als an jenen Priester. Von Berlusconi unterscheidet sie, dass sie zwar ökonomische Macht (das Geld von Regierung und staatsnahen Firmen) besitzen, aber keine Medien. Dennoch wird das hiesige Medienwesen als demokratisch zumindest unzulänglich empfunden; nur ein wenigstens ansatzweise auf Qualität ausgerichteter ORF

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