Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Die Glühbirne war vergangene Woche Titelgeschichte im Nachrichtenmagazin profil. Sie soll durch Energiesparlampen ersetzt werden, die EU will es so. Ein EU-Projekt der dümmsten Sorte. Verdienstvollerweise nannte das Magazin in seiner Titelgeschichte alle möglichen Gründe, die gegen die zwangsweise Einführung dieser Lampen sprechen: die Energiebilanz bei deren Herstellung, die toxischen Substanzen, die in ihnen enthalten sind, die schwankende Lichtqualität, die von der Temperatur abhängt, und so weiter. Vor allem aber ist das Ganze eine politische Katastrophe, die den Eindruck erweckt, als gehe es der EU um die Einrichtung eines Zwangssystems, in dem nicht Bürger, sondern nur Konzerne profitieren.

Eine unbedeutende Sache wird ein symbolisches politisches Gewicht bekommen, das ihre reale Bedeutung bei weitem übersteigt. Die Glühbirne wird, wenn es erst einmal keinen Ersatz mehr für sie gibt, allen brüsselfeindlichen Demagogen wieder einmal Munition liefern, und man wird ihnen ausnahmsweise nicht einmal widersprechen können.

Das Schlimmste daran ist nicht, dass die nächste Generation von Leuchten ohnehin bald die oktroyierten Lampen obsolet macht. Das wesentliche Argument gegen die Energiesparlampen brachte profil nämlich nur en passant: Die Energiesparlampen sind einfach potthässlich. Wehe einem Gemeinwesen, das Hässlichkeit zur Bürgerpflicht macht.


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