Glosse

Josef F. und Tim K.: Ihre Taten lehren nichts über die Gesellschaft

Verallgemeinerungen

Falter & Meinung | Florian Klenk | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Der Fall F. und Tim K., der Amokläufer von Winnenden: Stehen ihre Verbrechen für Symptome in der Gesellschaft? Sogar der Chefredakteur der Presse ließ sich hinreißen, Allgemeines über die Gesellschaft abzuleiten. Die Worte "Schuld" und "Verantwortung", sagte er, würden heute nicht mehr ausgesprochen, alles werde auf die Gesellschaft geschoben (dabei hatte sich der Schüler selbst gerichtet und F. seine Schuld beteuert).

Es wird ein Reflex in der Öffentlichkeit sichtbar. Aus besonders brutalen Verbrechen wollen wir auf Grundsätze des Gemeinwesens schließen. Das Patriarchat, die Überforderung in der Leistungsgesellschaft, die ignoranten Behörden, das Wegsehen der Nachbarn oder eben der überbordende Sozialstaat. Nur eines kommt uns nicht in den Sinn. Dass Verbrechen auch unerklärbar sein können.


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