Josef F. und der patriarchale Terrorismus

Politik | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Verrät der Fall Amstetten auch etwas darüber, wie Gewaltverhältnisse in anderen Familien funktionieren?

Interview: Sibylle Hamann

Der Fall Josef F. ist abgeschlossen.Lebenslang für den Mörder. In vier Tagen hatte das Gericht den Fall erledigt. Für Außenstehende mag er wie ein monströser Einzelfall ausschauen, ohne Berührungspunkte zur gesellschaftlichen Normalität. Menschen, die in ihrer täglichen Arbeit mit familiärer Gewalt zu tun haben, erleben in diesen Tagen aber viele Déjà-vus. Andrea Brem ist Chefin der Wiener Frauenhäuser, wo Opfer vorübergehend Unterschlupf finden. Der Psychotherapeut Heinrich Kraus betreut Gewalttäter, auch im Gefängnis.

Falter: Wie nehmen Ihre Klienten und Klientinnen den Fall F. wahr?

Andrea Brem: Es ist gut, dass es diesmal, anders als im Fall Kampusch, einen lebenden Täter gibt. Es konzentriert sich nicht die ganze Aufmerksamkeit auf die Opfer.

Heinrich Kraus: F. ist sicher ein Antiheld. Keiner, mit dem man sich identifiziert.

Aber er ist durch


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige