Ein Spion? "Er war ein Gerüchterstatter"

Politik | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Der tschechische Diplomat und Dichter Jiri Gruša über den Bonvivant Helmut Zilk, der unter schweren Verdacht geriet

Interview: Stefan Apfl

Jiri Gruša ist Direktor der Diplomatischen Akademie und Präsident des P.E.N.-Klubs. Von 1998 bis 2004 war er tschechischer Botschafter in Wien - und befasste sich mit Spionagevorwürfen gegen Helmut Zilk.

Falter: Herr Gruša, 1965, als der tschechoslowakische Geheimdienst (STB) den Kontakt zu Zilk aufnahm, wurde der amerikanische Beatnik Allen Ginsberg auf Prags Straßen gefeiert.

Jiri Gruša: Den habe ich damals persönlich getroffen. Ich war ein junger Dichter und wir haben einen sehr schönen Abend miteinander verbracht.

Sozialismus mit menschlichem Antlitz - was war es für eine Zeit?

Gruša: Die Jahre von 1963 bis 68 waren die erste Zeit nach 1945, in der man mit einer Zukunft rechnen konnte.

Welche Rolle haben ausländische Journalisten gespielt?

Gruša: Eine sehr wichtige. Sie waren unerfahren und kamen, um Interviews zu machen, und das war natürlich


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