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Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Journalistinnen ergreifen das Wort

Journalismus ist längst kein Männerberuf mehr, das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet: Während es an einfachen Redakteurinnen in den Medienbetrieben mittlerweile nicht mehr mangelt, sind Frauen gerade in den Führungsetagen sehr rar.

Wie steht es also um die Situation der Journalistinnen? Wie steinig ist der Aufstieg für Redakteurinnen? Und haben es nachfolgende Generationen leichter? Wer sich mit diesen Fragen beschäftigt, der findet im Sammelband "Journalistinnen in Österreich" eine Vielfalt an Antworten. Der Studiengang Journalismus & Medienmanagement an der FH Wien lässt in seiner neuen Publikation insgesamt 22 Frauen aus dem Medien- und Forschungsbereich zu Wort kommen.

Zum Beispiel schreibt RTL-Reporterin Antonia Rados über den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Kriegsreportern. Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmied schildert ihre Erfahrung, wonach weibliche Mitarbeiter oft zu zurückhaltend seien, wenn es um einen höheren Posten geht. In einem direkten Gespräch würden einige Autorinnen einander wohl widersprechen. Das vorliegende Potpourri - samt des einleitenden theoretischen Kapitels - gibt gedanklichen Nährstoff für die Genderdebatte im Journalismus. Eine Debatte, die hierzulande leider nur sehr zaghaft geführt wird.

Silke Rudorfer, Traude Kogoj, Reinhard Christl: Journalistinnen in Österreich. Erobern Frauen die Medien? Lit-Verlag, 245 S., € 20,50


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