Klaus Bachler über seine Zeit an der Burg: "Mich interessiert eigentlich nicht, was war"

Feuilleton | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Klaus Bachler, 57, schaut nicht gern zurück. Trotzdem sprach der scheidende Direktor hier über seine zehn Jahre am Burgtheater. Vor dem Gespräch mit dem Falter kam es am Bühneneingang zu einer symbolträchtigen Begegnung: Gleichzeitig mit Bachler betrat zufällig auch sein Nachfolger Matthias Hartmann das Theater; die Vorbereitungen für dessen Eröffnungsinszenierung ("Faust") haben bereits begonnen. Der alte und der neue Direktor begrüßten einander freundlich.

Falter: Wenn Intendanten gehen, geben sie zum Abschied normalerweise dicke Bücher heraus. Warum tun Sie das nicht?

Klaus Bachler: Weil ich das lächerlich finde. Wenn es etwas gibt, was ich an unserem Beruf uneingeschränkt faszinierend finde, dann ist es die Magie des Verschwindens. Mich interessiert eigentlich nicht, was war. Alles, was wir hier gemacht haben, das Gute und das Schlechte, ist irgendwie in die Menschen eingegangen. Aber sich jetzt hinzusetzen und eine Enzyklopädie zu machen - von was? Da unten ist eine leere


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