Fürchte dich nicht: Schlingensiefs "Mea Culpa" im Burgtheater

Feuilleton | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Christoph Schlingensief hat Krebs. Das ist nicht zu übersehen. Seit in der Lunge des Regisseurs Anfang des Vorjahrs ein aggressiver Tumor entdeckt wurde, wird nicht nur Schlingensiefs Leben, sondern auch seine Kunst von Krankheit und Tod bestimmt. "Mea Culpa" ist sein bereits dritter Theaterabend zum Thema.

Die Genrebezeichnung "ReadyMadeOper" könnte eigentlich unter jeder Schlingensiefaufführung stehen. Auch diesmal montiert er munter drauflos; die Referenzliste umfasst 18 Künstler. Bach wird ebenso zitiert wie Beuys, Schubert oder Jelinek - und natürlich Richard Wagner, Schlingensiefs große Hassliebe. Die Inszenierung ist zugänglicher, konventioneller und direkter als seine bisher am Burgtheater gezeigten Arbeiten. Schlingensief kombiniert Elemente der trashig-kabarettistischen Bühnenstücke aus den 90er-Jahren mit der komplexeren Collagetechnik, die für seine jüngeren Aufführungen charakteristisch ist.

"Mea Culpa" ist große Oper. Burgschauspieler

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