Triumph der Langsamkeit

Feuilleton | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Drei junge Künstler gehen in der Secession an den Start und meistern den Weg ins Ziel recht wacker

Reporter: Matthias Dusini

Es ist wie im Sport: Nur eine Handvoll Athleten fährt vorne mit. Für einen Wiener Künstler kann eine Ausstellung in der Secession das Sprungbrett in den Kunstweltcup sein. Derzeit stellen hier gleich drei Wiener Künstler aus.

Platz 1: Klaus Mosettig

Der Künstler Klaus Mosettig, Jahrgang 1975, greift ein Thema postmoderner Kunst auf, die Hinterfragung künstlerischer Mittel durch Appropriation, sprich: Aneignung. Er wählte eine Ikone der amerikanischen Moderne aus, Jackson Pollocks "Number 32" (1950), und kopierte sie mit Bleistift. Pollock beugte sich über die am Boden liegende Leinwand und schüttete, spritzte und goss Industrielack darauf, auf diese Weise ein Gewirr schwarzer Farbspuren hinterlassend. Diesen Akt künstlerischer Freiheit dehnte Mosettig zu quälend langer Kopierarbeit. 800 Stunden stand der Künstler im Lichtkegel des Diaprojektors, der Pollocks


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