"Ich bin das Gegenteil von Alfred Hitchcock"

Feuilleton | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Der thailändische Filmregisseur Apichatpong Weerasethakul über Zensur und Geisterglaube

Interview: Maya McKechneay

Der Vorspann beginnt in der Mitte des Films, und nach dem Abspann geht es weiter: Der 38-jährige Filmemacher Apichatpong Weerasethakul, der sich von Freunden und Kollegen lieber Joe nennen lässt, glaubt an den ständigen Kreislauf der Dinge. Und wenn es im Leben keinen Anfang und kein Ende gibt, warum dann im Kino?

Weerasethakuls Filme besitzen eine traumhafte Qualität: Ihr gemeinsames Thema ist die Erinnerung, auch und vor allem in ihrer kollektiven, mythischen Form. In einem seiner ersten Langfilme, "Mysterious Object at Noon" ("Dokfa nai meuman", 2000) ist ein ganzes Dorf in die Entwicklung einer Geschichte involviert: Vor der Kamera erzählen Bewohnerinnen und Bewohner von einem gelähmten Jungen, der die Außenwelt nur von Fotos kennt; die Geschichte wächst und wuchert, ein geisterhafter Tiger kommt ins Spiel, und bald ist nicht mehr wichtig, was dokumentarisch ist


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