Die Lästerschwester von der Hinterbank

Feuilleton | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Sibylle Lewitscharoff und Julia Schoch haben zwei Schwesternromane unterschiedlicher Tonlage geschrieben

Text: SIGRID LÖFFLER

In der Literatur mögen Schwesternpaare miteinander konkurrieren oder Geheimnisse teilen, einander bewundern oder bekämpfen, vertrauen oder beargwöhnen - und zumeist alles zugleich, wie im wirklichen Leben auch. Doch nur in der Literatur sind Schwesternpaare außerdem stets zu virtuellen Doppelwesen überhöht: zwei Seelenhälften, die sich glücklich ergänzen könnten, wären sie von der Natur nicht entzweit worden. Ihre Stärken und Schwächen verhalten sich komplementär und wollen sich zum heilen Ganzen fügen. Die Schwestern wissen: Uns gibt es nur zu zweit, aber nie vereint - das ist ihr existenzielles und ihr literarisches Dilemma.

Es ist natürlich ein Zufall, dass Sibylle Lewitscharoff und Julia Schoch gleichzeitig Schwesternromane herausgebracht haben und dass in beiden Büchern jeweils die jüngere Schwester als Ich-Erzählerin figuriert, die das Leben


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