Ein Rebell vor dem Herrn

Steiermark | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Pfarrer Wolfgang Pucher muss seinen 70. Geburtstag auf der Intensivstation verbringen. Porträt eines Unbequemen

Porträt: Donja Noormofidi; Gerlinde Pölsler

Wolfgang Pucher springt wie so oft mitten im Erzählen auf und läuft zum Schreibtisch. "Schauen Sie sich das an!" Er schlägt ein Fotoalbum auf. Schwarz-Weiß-Bilder seiner Eltern, seines Heimathauses. Er selbst als Kleinkind auf einem Baumstamm, der Pfarrer ist in bescheidenen Verhältnissen groß geworden. "Da, die abstehenden Ohren", deutet er auf ein Foto von sich. Und da die geliebte slowenische Großmutter. Als Magd musste sie auf einem Hof dienen, "der Bauer hat sie vier Mal geschwängert". Drei Kinder hat er ihr weggenommen, das vierte aber wollte sie nicht hergeben, worauf er sie wegjagte. "Das da", die Stimme hebt sich, "ist mein Großvater, das Arschloch."

Pfarrer Pucher feiert am 31. März seinen 70. Geburtstag. In all den Jahren ist der Priester der Pfarre St. Vinzenz in Eggenberg auf dem Boden geblieben, während viele


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