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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Kunsttheorie

Jens Kastner: Die ästhetische Disposition. Turia & Kant, 120 S., € 18,-

Immanuel Kant beschrieb das Verhältnis zur Kunst noch als "interesseloses Wohlgefallen". Der Soziologe Pierre Bourdieu bezeichnete das distanzierte Geschmacksurteil hingegen als die "ästhetische Disposition". Dieser kennerhafte Blick, wie er vor allem den oberen Gesellschaftsschichten zu eigen ist, erfährt bei ihm eine sozialkritische Analyse. In der ersten deutschsprachigen Einführung in Bourdieus Kunsttheorie zieht Jens Kastner die Essenz aus dicken Studien wie "Die feinen Unterschiede" und "Die Regeln der Kunst" ebenso wie aus spezifischeren Untersuchungen, die der 2002 verstorbene Soziologe zu Fotografie oder Museumsbesuch angestellt hat. Hinzu kommen lesenswerte Exkurse zu Bourdieu-affinen Künstlern sowie Hinweise auf neuere Debatten über dessen Theorien.

Kastner, selbst Soziologe und Kunsthistoriker, erklärt alle grundsätzlichen Begriffe und Thesen, bleibt in seiner Darstellung streckenweise


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